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Mittelstandsumfrage Herbst 2021: verbesserte Einschätzung der Geschäftslage, aber eingetrübte Erwartungen

Nachdem das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland bereits im zweiten Quartal um 1,9% gegenüber dem vorangegangenen Quartal zugelegt hatte, ist die deutsche Wirtschaft auch im dritten Quartal deutlich gewachsen und zwar um 1,8% gegenüber dem Vorquartal und um 2,5% gegenüber dem Vorjahresquartal. Unsere aktuelle VR Mittelstandsumfrage zeigt zudem, dass die Stimmung im Mittelstand ebenso wie die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage jeweils schon wieder die langjährigen Mittelwerte überschritten haben.

Dies könnte zwar den Eindruck erwecken, dass alles zum Besten bestellt ist und die Corona-Krise mittlerweile vorbei ist. Dass dies längst nicht so ist, beweisen nicht nur die neuen Rekordstände bei Infizierten und Inzidenzen sowie die bereits wieder eingeführten Verschärfungen der Corona-Schutzmaßnahmen. Gleichzeitig belasten die negativen Auswirkungen des „Post-Corona-Booms“ die Unternehmen. Energie- und Rohstoffpreise sind deutlich nach oben geklettert und manche Vorprodukte wie etwa Halbleiter wurden immer mehr zur Mangelware, so dass die Produktion in vielen Bereichen nur eingeschränkt läuft und weit hinter den Auftragseingängen zurückbleibt. Eigentlich wird der inlandsorientierte Mittelstand von globalen Krisen tendenziell weniger getroffen als die stärker international operierenden Großunternehmen und Konzerne. Von den aktuellen Belastungen kann sich aber auch der deutsche Mittelstand nicht abkoppeln. Dessen sind sich auch die Unternehmen bewusst: Die Geschäftserwartungen der mittelständischen Unternehmen für die nächsten sechs Monate sind in diesem Herbst deutlich gesunken und weit hinter ihren langjährigen Durchschnittswert zurückgefallen.

Absatzpreiserwartungen klettern auf Allzeithoch

Wie bereits am Rückgang der Geschäftserwartungen zu sehen war, bleibt der deutsche Mittelstand nicht von den negativen Folgen des Post-Corona-Booms verschont. Die stark gestiegenen Kosten für Energie, Rohstoffe und Vorprodukte treffen die kleinen bis mit-telgroßen Unternehmen ebenso wie die internationalen Konzerne. Daher ist es folgerichtig, dass auch die mittelständischen Unternehmen planen, zumindest einen Teil der gestiegenen Kosten an ihre Kunden weiterzureichen. Angesichts der beträchtlichen Preissteigerungen für Energie und Transportkosten klettern die Absatzpreiserwartungen dementsprechend auf ein Allzeithoch. Seit die Mittelstandsumfrage im Jahr 1995 erstmals erhoben wurde, beabsichtigten noch nie so viele Unternehmen, ihre Preise anzuheben: 58% der Befragten planen Preissteigerungen, nur 4% wollen die Preise senken. Preise stiegen schon in den vergangenen 12 Monaten. Die aktuelle Entwicklung ist dabei nicht neu, sondern hat sich schon seit Jahresbeginn abgezeichnet. Bereits in den vergangenen sechs Monaten haben die Mittelständler ihre Preise mehrheitlich erhöht. Selbst in unserer Frühjahrsumfrage war diese Entwicklung schon zu beobachten, wenn auch bei weitem noch nicht so ausgeprägt wie es jetzt der Fall ist.

Insgesamt zeigen die Ergebnisse unserer gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) verfassten Studie aber, dass die meisten Mittelständler die Corona-Krise bisher weitgehend gemeistert haben. Allerdings waren viele dazu auf die Unterstützungsmaßnahmen des Staates angewiesen. Die Corona-Krise blieb zudem nicht ohne Auswirkungen auf die Bilanzqualität der mittelständischen Unternehmen, die im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit 2014 gefallen sein dürfte.

Weitere Ergebnisse

Über die Mittelstandsstudie der DZ BANK: Die 52. Umfrage seit 1995

Die Mittelstandsstudie widmet sich der wirtschaftlichen Lage des Mittelstandes. Seit 1995 wird die Mittelstandsstudie durchgeführt und publiziert. Über die Jahre ist ein einzigartiger Datensatz entstanden, da die Umfrage in sich über den gesamten Zeitraum identisch und vergleichbar geblieben ist.

 

Zweimal jährlich führt die DZ BANK zu wichtigen konjunkturellen Eckdaten eine Mittelstandsumfrage durch. Zu diesem Zweck führt ein unabhängiges Marktforschungsinstitut mit Hilfe eines von der DZ BANK konzipierten Fragebogens rund 1.000 telefonischen und Online-Interviews mit Inhabern, Geschäftsführern und leitenden Angestellten mittelständischer Unternehmen durch. Die Herbstumfrage wird nun schon seit 2013 als gemeinsamer Mittelstandsbericht von DZ BANK und BVR unter dem Titel Mittelstand im Mittelpunkt veröffentlicht.

 

Mittelständische Entscheidungsträger soll die Studie darin unterstützen, die eigene Unternehmenssituation, angestrebte Entwicklungsperspektiven oder Probleme mit den Umfrageergebnissen ihrer Branche zu vergleichen und gegebenenfalls Rückschlüsse für die Unternehmensstrategie daraus zu ziehen.

Die wichtigsten Umfrageergebnisse sind in der Publikation 'Mittelstand im Mittelpunkt' kurz zusammengefasst. Gleichzeitig finden Sie hier auch die wesentlichen Fakten zur Wirtschaftslage und Wirtschaftsentwicklung im Mittelstand.